Bei vielen Lebensversicherungen wird eine Gesundheitsprüfung verlangt. So auch bei einer sogenannten Risikolebensversicherung.

Eine Gesundheitsprüfung vom Versicherungsgeber dient dazu, eventuelle gesundheitliche Risiken des Versicherten abzuklären. Hierzu gehören beispielsweise riskante Sportarten und Vorerkrankungen. Unter gesundheitliche Risiken werden auch das starke Rauchen, der Konsum von viel Alkohol sowie spezielle Krankheitsbilder wie zurückliegender Herzinfarkt, Bluthochdruck oder eine HIV-Erkrankung gezählt. Ebenso ein Gesundheitsrisiko sind starkes Übergewicht, Diabetes, organische Beschwerden, Nervenleiden oder Tumoren.

Eine Gesundheitsprüfung wird in Form eines Fragebogens der Versicherung durchgeführt. Hier wird auch nach dem letzten Arztbesuch gefragt. Dieser Fragebogen wird schriftlich ausgefüllt und sollte unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden. Es werden zwar nur in Ausnahmefällen ärztliche Atteste von der Versicherung verlangt, aber es ist durchaus möglich, dass der behandelnde Arzt um Auskunft über die Gesundheit des Versicherungsnehmers gebeten wird. Dieses ist möglich, da der Versicherungsnehmer unterschreibt, dass die Versicherung dieses machen darf. Beantwortet der Versicherungsnehmer den Fragenkatalog nicht wahrheitsgemäß, erlischt der Versicherungsschutz.

Ein besonderes Problem bei der Gesundheitsprüfung sind sogenannte psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen. Da bei Depressionen die Gefahr des Selbstmordes bestehen kann, sieht der Versicherungsgeber hier ein besonders erhöhtes Risiko. Deshalb beinhaltet eine Risikolebensversicherung eine Klausel, dass bei Selbstmord des Versicherten kein Anspruch auf Zahlung besteht, wenn die erste Beitragszahlung und der Eintritt des Todes nicht mindestens drei Jahre auseinanderliegen. Nur in Ausnahmefällen wird innerhalb der Dreijahresfrist die Todesfallsumme ausgezahlt, nämlich dann, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Selbstmord aufgrund einer krankhaften Geisteskrankheit und dadurch ohne freien Willen stattfand.

Zu einem Risikozuschlag kann es kommen, wenn bestimmte Gründe dafür vorhanden sind. Dazu zählen unter anderem eine riskante Sportart, ein risikoreiches Hobby, bestimmte bestehende Vorerkrankungen, eine ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkohol) oder eine bestehende Erkrankung.

Um eine individuelle Benachteiligung des Versicherungsnehmers grundsätzlich auszuschließen, gibt es von den Versicherungen zum Risikozuschlag bestimmte Standards, die bei der Bewertung eines Risikozuschlages zugrunde liegen.

Deshalb ist es grundsätzlich zu empfehlen, eine Gesundheitsprüfung wahrheitsgemäß und gründlich zu beantworten. Hierbei ist eine eventuelle Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ratsam, wenn der Versicherte unsicher ist, was er in den Fragebogen schreiben soll.

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