Riskante Hobbys: Vorvertragliche Pflichten beachten!

31.07.2012

Kaum bekannt: Im Zusammenhang mit der Einführung der Unisex-Tarife haben die meisten Versicherungsgesellschaften auch die Liste der gefährlichen Zeitvertreibe aktualisiert. Insbesondere im Sommer sind gefährliche Hobbys beliebt. Worauf müssen Interessenten achten? Welche Risikozuschläge und -ausschlüsse gibt es seit Mitte 2012?

Vorvertragliche Fragen zu den Hobbys

Vor dem Abschluss einer Risikolebensversicherung stellen die Versicherungsgesellschaften Fragen zu riskanten Hobbys, deren Auflistung inzwischen den Katalog der Gesundheitsfragen bei weitem übertrifft. So führt etwa die Allianz in ihrem Antragsprüfungsprogramm eRisp mehr als hundert Varianten gefährlicher Freizeitbeschäftigungen auf. Risikozuschläge werden zum Beispiel für Motorradfahrer, Taucher und Reiter erhoben. Wer Motorrad- oder Autorennen als Hobby angibt, ist in der Regel sogar ganz vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dies gilt auch für diverse Kampfsportarten. Große Sorgen bereiten den Versicherungsgesellschaften derweil Modetrends wie Bungee-Jumping. Obwohl sich Fußballer, Handballer und Skifahrer recht häufig verletzen, müssen derartige Breitensportler nicht mit Risikozuschlägen rechnen.

Bandbreite der Risikozuschläge

Aktuell gelten je nach Risikoeinschätzung des Hobbys Zuschläge zu den Normaltarifen zwischen 0,1 und 20 Promille der Versicherungssumme. Ein Tiefseetaucher zum Beispiel zahlt für eine Versicherungssumme von 100.000 Euro durchschnittlich 500 Euro Risikozuschlag jährlich, ein Motorradfahrer hingegen nur etwa 100 Euro zusätzlich.

Nützliche Hinweise

Die Fragen zu den Hobbys sollten genauso ernsthaft beantwortet werden wie die Gesundheitsfragen, auch wenn man riskante Hobbys nur selten ausübt. Erst nach Vertragsabschluss hinzukommende Hobbys brauchen normalerweise nicht nachträglich angezeigt zu werden. Doch Vorsicht: Auch hier gibt es Ausnahmen, wie beispielsweise Luftsportgeräteführer mit Lizenz. Im Zweifel sind die Bedingungen rechtzeitig mit der Versicherungsgesellschaft zu klären.

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