Verbraucherschützer kritisieren Kriterienkataloge vieler Risikolebensversicherungen

14.03.2014

In Deutschland haben Verbraucherschützer starke Kritik an den Kriterienkatalogen vieler Risikolebensversicherungen geübt. Moniert wurde der Grundsatz, dass ungesunde Versicherte mit zum Teil deutlich höheren Prämien als gesunde Versicherungsnehmer zu rechnen hätten. Zudem herrsche nicht ausreichend Transparenz, ab wann man als ungesund eingestuft werde. Nur noch drei Kriterien sollten künftig gelten, fordern die Verbraucherschützer. 

Langer Katalog der Versicherungen 

Tatsächlich hat jeder Anbieter einer Risikolebensversicherung einen langen Katalog unterschiedlicher Faktoren, welche die Police ungleich teurer machen können. Übergewicht, Rauchen oder Vorerkrankungen führen zu Preissteigerungen. Gleiches gilt mittlerweile selbst für die Ausbildung: Die Versicherungen haben begonnen, von der Vorbildung auf das Sterblichkeitsrisiko Rückschlüsse zu ziehen – allerdings nicht sonderlich konsequent. Akademiker zahlen meist weniger als Personen mit einfacher Ausbildung: Selbst, wenn der Akademiker in medizinischen Forschungslabors mit gefährlichen Bakterien experimentiert, und die Person mit einfacher Ausbildung im Supermarkt an der Kasse sitzt.

Nur drei Faktoren sollen künftig gelten 

Die Verbraucherschützer fordern deshalb einen klaren Schnitt und den Abschied solcher personenbezogenen Kriterien. Künftig sollten nur noch das Alter des Kunden, die Höhe der Versicherungssumme sowie die Vertragslaufzeit sollten künftig gelten, fordern die Verbraucherschützer deshalb. Sollte eine solche Umstellung nicht kommen, müssten die Versicherungen zudem wesentlich sensibler als bisher darauf reagieren, wenn jemand sein Leben ändert: Wer nach Versicherungsbeginn mit einer Extremsportart beginnt, muss nicht mehr zahlen. Nur wenige Versicherungsanbieter werten es zudem positiv, wenn ein Versicherter mit dem Rauchen aufhört – die meisten lassen diese weiterhin so viel wie vorher bezahlen – also rund doppelt so viel, wie er hätte zahlen müssen, wenn er schon vor Versicherungsabschluss Nichtraucher gewesen wäre.

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